Ein kleines Interview

Im Interview: Andreas von A-Janson

von  am 10.12.2012 um 10:00 Uhr  | Keine Kommentare | Interviews

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Im Interview: Andreas von A-Janson

Mit Holz zu arbeiten ist seine größte Leidenschaft – der Geruch, die organischen Veränderungen und das Unperfekte machen es für Andreas von A-Janson so spannend, Lampen, Regale, Schränke und allerlei Wohnaccessoires zu fertigen. Inspiriert durch die Natur und alte Baumeister schafft er den Spagat zwischen modernem Design und rustikalen Materialien. Der gelernte Tischler und Architekt bleibt durch seine Frau und den Sohnemann auf Trapp und kann sich vor eigenen Ideen kaum retten. Wie sein kreativer Alltag aussieht und warum die Familie so wichtig für den Hamburger ist, erklärt er uns im Interview.

Bitte stell Dich kurz vor:
Ich bin Andreas und liebe es, einen Gedanken zu haben, diesen aufzeichnen zu können und darauf hin ein Möbelstück zu bauen. Im Gegensatz zur Architektur kann man bei der Produktentwicklung kürzere Wege gehen und manchmal sehr schnell funktionstüchtigen Ergebnissen erzielen.

Wie hast Du Deine kreative Ader entdeckt und wer inspiriert Dich?
Jean Prouvé war ein Baumeister in der klassischen Moderne. Im Studium begegneten mir seine Arbeiten zum ersten Mal. Die Firma von Prouvé baute mit unter auch Flugzeuge und Industriehallen. Aus dem Verschnitt dieser Bauvorhaben experimentierte Prouve und entwickelte Möbelkonzepte, die von Vitra und anderen Firmen vertrieben wurden. Ich war von Beginn an fasziniert von der Arbeitsweise des Baumeisters. So versuchen ich in der Werkstatt ähnlich mit unserem Verschnitt umzugehen und das übrig gebliebene Material bei Bauvorhaben für Prototypische Ideen zu benutzen. Viele Designer und Architekten inspirieren mich, genauso wie mein kleiner Sohn, der mit meinen Möbel spielt und mich auf noch nicht gesehene Funktionen aufmerksam macht.

Wie kommst Du auf die Idee für neue Produkte?
In der Zeit, als mein Sohn mit z.B. dem Lowrider 56 spielte, indem er die kleinen Schiebetüren hin und her schob,war ich beauftragt kreative Wände für eine Kita zu entwickeln. Ich dachte schon seit längerem über die Lösung der Bauaufgabe nach und als Justus da so freudig stand, wusste ich die Lösung und nahm mein Skizzenbuch zur Hand. Meistens arbeite ich mit Holz, es ist ein wunderschöner Werkstoff. Wenn man es an der Kreissäge aufschneidet riecht das Holz. Kirschbaum ein wenig nach Caramel, Nussbaum, wie alte Whisky Fässer, Pitchpine riecht beim Zuschnitt so gut, dass ich am liebsten ein Parfüm dieses Duftes hätte. Holz wird im Laufe der benutzten Jahre schöner und gewinnt an Charakter.

Beschreibe kurz Deinen kreativen Arbeitsprozess:
Denken – Zeichnen – Bauen!

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben und was kennzeichnet ihn?
Schlicht und freundlich sollen die Möbel sein, die Entwürfe sollen charmant durch Ihre Funktion wirken und ein langer Begleiter werden. Viele Entwürfe sind in der Konstruktion einmalig (Adventsleuchten, Löcherleuchte, Yin-Yang-Bank und viele weitere) und genießen dadurch ein Gebrauchsmusterschutz. Die Entwürfe entspringen immer aus einer Notwendigkeit, sei es die Anfrage der Bauherren oder meiner Frau.

Wer sind Deine Kunden und was ist Dein Verkaufsschlager?
Unsere Kunden verstehen Ihre Räume als Möglichkeit, Lebensqualität durch ein schönes Zuhause zu genieren. Es sind Menschen, die sich auf Ihr Zuhause freuen. Das Licht der Lampe “Queenlight” zum Beispiel ist warm und Ihre Porträt Silhouette bereitet mir besonders in dieser Jahreszeit beim Anmachen jeden Tag viel Freude.

Wie siehst Du Deine Zukunft als Designer? 
Ich glaube, dass die Individualität durch Plattformen, wie DaWanda, dem Kunden noch viel Freude bereiten wird. Die Möglichkeit durch eigene Ideen und Ehrgeiz, Ziele zu erreichen war noch nie so groß für schaffende Designer oder Kunsthandwerkern.

Hast Du „Kollegen“, mit denen Du Dich über Techniken, Tricks und Ideen austauschst?
Alleine durch die Tischlerei bin ich täglich mit Kreativen in Kontakt. Kreativität hört beim Zeichnen nicht auf, sondern benötigt auch in der Fertigungsphase Durchhaltevermögen und Inspiration, um beispielsweise Abläufe zu verbessern. Ich habe viel Kontakt mit Designkollegen und finde es klasse, dass „Kollektive Intelligenz“ in den Netzwerken betrieben wird.

Welche Rolle spielt DaWanda für Deine kreative Tätigkeit und was hat sich für Dich verändert, seit dem Du Deinen DaWanda-Shop eröffnet hast?
Ende 2009 hatten wir zwar schon die Tischlerei und durfte tolle Bauvorhaben entwickeln und realisieren, jedoch hatten ich mit dem Internet, als Verkaufsplattform, noch überhaupt keine Erfahrung und dachte auch nicht, dass es so einfach funktioniert. Durch einen guten Freund erfuhr ich von Eurer Plattform. In der gleichen Zeit entwickelte ich gerade die Tischleuchte Queenlight und pflegte sie als einer der ersten Produkte auf meiner DaWanda-Seite ein. Wenige Tage später kaufte eine Frau aus Süddeutschland das erste Königslicht. Ich kann gar nicht erklären, wie sehr ich mich über diesen Einkauf gefreut habe. Zwar war ich in dieser Zeit mit Bauvorhaben größerer Maße beschäftigt, jedoch lösten dieser und weitere Einkäufe die gleiche „Glückseligkeit“aus. DaWanda hat das „Netz“ in meine Tischlerei gebracht. Hierfür will ich DaWanda von ganzem Herzen danken! Warum soll ich einen Tisch nicht nach Texas schicken können und Königslichter nach Bad Pymont? Durch DaWanda habe ich beides geschafft.

Was würdest Du DaWanda-Neulingen raten?
Ich habe mir anfangs nicht so viele Gedanken um Logistik, Verpackung und Lieferung gemacht und setzte meine Produkte so gut es gerade ging in den DaWanda-Shop. Als ich merkte, dass regelmäßige Verkäufe stattfanden, wuchs ich in die entsprechenden Aufgaben hinein, so dass der Bestellvorgang bis zum Versand nicht mehr drei Stunden benötigt und ich das Paket zufrieden zur Post bringen konnte. Einfach dran bleiben.

Nenne bitte Deine drei Lieblingsshops auf DaWanda: